Haben Sie Fragen?
Möchten Sie Beratung?
Rufen Sie uns doch gleich an!

Tel: (+49) 08135-9947455

oder hier :

Bitte den Code eingeben:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Grundsätzliches zum Thema Hygiene & Keimfreiheit

Trinkwasser sollte frei von Keimen sein.

Bei den Keimen gibt es Unterscheidungen:

 

a) normale Keime, wie sie überall vorkommen (Luft, Wasser, Erde ... ) z.B. Hefebakterien: früher wussten die Brauer noch nichts von Bakterien - sie haben ihren Sud angesetzt und gewartet bis er zu gären begann: irgendwann hat sich aus der Luft ein Hefebakterium in den Sud verirrt und der Gärprozess begann.

Diese "normalen Keime" werden i.d.Regel nicht einzeln unterschieden, da es davon tausende Verschiedene gibt.

 

b) pathogene Keime:  das sind Keime, die, wenn sie in zu hoher Zahl in den Körper gelangen, dort Schaden anrichten können. Deswegen ist hier die Trinkwasserverordnung streng:  die dürfen gar nicht im Wasser zu messen sein. Sie werden auch explizit einzeln gemessen:

  • E-Coli Bakterien (Darmbakterien)
  • Coliforme Bakterien
  • Pseudomonas aeruginosa

Messungen: Mikrobiologische Untersuchung von Trinkwasser

Was steht im Prüfbericht?

 

Beim Untersuchungsergebnis stehen i.d.Regel folgende Messergebnisse:

  • Koloniezahl bei 22 ° C :  Messverfahren: TrinkwV 2001 (2011)  Anl. 5 I d) bb)
  • Koloniezahl bei 36 ° C :   Messverfahren: TrinkwV 2001 (2011)  Anl. 5 I d) bb) :
  • u.a.

Koloniezahl bei 36 °C

Grenzwerte und Anforderungen sind abhängig vom verwendeten Untersuchungsverfahren:

  • DIN EN ISO 6222: ohne anormale Veränderung
  • Anlage 5 Teil I TrinkwV 2011:
    • 100 KBE*/ml am Zapfhahn des Verbrauchers

Mit der Koloniezahl bei 36 °C erfasst man gram-negative, nicht sporenbildende Bakterienarten. Der Nachweis einer erhöhten Koloniezahl bei 36 °C gibt keinen Aufschluss über bestimmte Krankheitserreger, sondern dient als Indikator für eine mögliche mikrobielle Kontamination des Wasserversorgungssystems nach der Aufbereitung bis zur Trinkwasserinstallation.

Ursachen können vielfältig sein: von der mangelhaften Aufbereitung, über Rohrbrüche, Biofilmbildung bis zur Stagnation des Wassers im Leitungssystem.

Eine Grenzwertüberschreitung hat keine direkte gesundheitliche Bedeutung, sollte aber nicht dauerhaft toleriert werden. Eine umgehende Ursachenklärung ist unbedingt erforderlich. Die durchzuführenden Maßnahmen sind dann abhängig von den ermittelten Ursachen. In den betroffenen Leitungsbereichen können z. B. intensive Spülungen bzw. gezielte Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt werden.

* KBE = Koloniebildende Einheiten

 

Bei einer Bebrütungstemperatur von 36 °C gilt beim Untersuchungsverfahren nach der alten Trinkwasserverordnung generell ein Grenzwert von 100 pro mL.

 

Grundsätzlich gilt in Bezug auf die Messungen bei Koloniezahl bei 36 ° C :

Die meisten Erreger sind nicht-pathogen bis niedrig-pathogen, es sind hohe Dosen von z.T. über 1 Mio. Keime / mL Wasser erforderlich, um eine Infektion oder Störung auszulösen.

Die Koloniezahl kann auch als koloniebildende Einheit (KBE) bezeichnet werden. Der Begriff Koloniezahl wurde in der Trinkwasserverordnung vom 3. Januar 1975 erstmals in der Bundesrepublik Deutschland rechtlich verbindlich festgelegt. Die früher übliche Bezeichnung "Gesamtkeimzahl" wird nicht mehr verwendet, da sie etwas anderes ausdrückt. Mit dem Begriff "Koloniezahl" soll deutlich gemacht werden, daß nur die zu Kolonien auswachsenden Bakterien erfasst werden, und dass darüber hinaus Bakterien, die evtl. in Verbänden vorkommen, in die Berechnung nur einmal eingehen.

 

Mehr zu Keimen und Hygiene finden Sie hier.

 

Wie kann es zu Keimbildung im Wasser kommen NACH einem Filter oder einer Umkehrosmose-Anlage, die am Ende (Wasserausgang) eine KEIMSPERRE hat?

 

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

 

a) der Schlauch vom Gerät zum Wasserhahn

b) der montierte Wasserhahn an sich

c) die Auslasstellen, der Wasseraustritt

 

 

Der Bereich NACH dem Untertischfilter oder der Umkehr-Osmoseanlage stellt eine Schwachstelle in punkto Hygiene dar.

  • Welcher neue Wasserhahn ist steril verpackt ?
  • Welcher Flex-Schlauch / Kunststoff-Schlauch ist steril verpackt ?
  • Welcher Perlstrahler etc. ist steril verpackt ?

Vorab: in der Regel werden ev. vorhandene Keime recht schnell ausgespült, wenn Wasser durchfließt.

Extrem auf Hygiene geachtet wird bei Installationen für Krankenhäuser. Dort wird teils direkt am Wasserhahn-Auslass, also an Perlators Stelle bzw. nach dem Perlstrahler Gewinde eine Keimsperre montiert.

Solch ein Aufwand wird im Privat-Haushalt nicht betrieben.

Bzgl. Wasserhahn und Schlauch: Keime halten sich im Trockenen nicht gut.

D.h. die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß Keime erst bei der Montage in den Schlauch oder Hahn eingetragen werden.

  • ungewaschene Hände
  • Schmutzpartikel von unter der Spüle, vom Abfluß haften beim Hantieren an den Fingern an und dann kommt man mit den Fingern an die Schlauch- oder Hahn-Öffung.
  • Schmutz kommt an den Wasserauslass - beim Abwasch, beim Waschen von Salat etc.
  • wenig benutzer Hahn: einige wenige Keime befinden sich im Restwasser, welches im Hahn noch steht - und diese können sich innerhalb von z.B. 14 Tagen Stagnation gut vermehren und einen stabil haftenden Biofilm im Inneren des Hahns bilden.

 

Was machen, wenn eine erhöhte Keimzahl nach einer Keimsperre festgestellt wird?

1)

Letzte Stelle der Anlage, der Filterkopf der Keimsperren-Patrone. Hier aus der JohnGuest Buchse den Schlauch rausziehen und hier in die Öffnung mit z.B. PROHYGSAN® 250 Sprühdesinfektion sprühen und einige Minuten einwirken lassen.

 

2)

Wenn diese Prozedur gemacht wird, sollte zugleich auch eine neue, original-verpackte Keimsperre (Aquadea-Q1 Patrone) einsetzen.

 

Nach dem Abziehen der Folie auch kurz den Aus/Eingangsbereich der Patrone mit unparfümierter Sprühdesinfektion einsprühen. Siehe unten.

 

3)

Das Gleiche wie oben auch in der unteren Öffnung des Filterkopfes vollziehen, dort wo die Patrone eingesetzt wird.

4)

Den Verbindungsschlauch von Anlage zum Wasserhahn ersetzten. Die Länge des neuen Schlauches gut ausmessen, dann zuschneiden und dann kann das zugeschnittene Stück gut ausgekocht werden (z.B. Dampftopf) und / oder mit Sprühdesinfektion gut von beiden Seiten einsprühen / diese "durchfließen" lassen.

5) Wasser-Analyse starten

Nun empfehlen wir eine Wasseranalyse zu machen. Eine Wasserprobe fachgerecht zu entnehmen. Wie eine fachgerechte Probeentnahme funktioniert erfragen Sie bitte bei Ihren örtlichen Wasserwerken. Meist haben die auch ein Labor, wo Sie Messungen in Auftrag geben können.

Sie befestigen den Schlauch nun am Filterkopf-Ausgang, aber nicht am Wasserhahn.

Halten Sie den Schlauch nun in das Waschbecken und starten Sie das Wasser.

Wenn Sie eine neue Patrone eingesetzt haben, dann lassen Sie bitte ca. 10 Min. das Wasser abfließen bevor Sie das Probenwasser entnehmen.

Ansonsten mind. 5 Minuten fließen lassen.

Mit dieser Probe können wir den Abschnitt direkt nach der Keimsperre testen.

Ist diese Probe nun ok, dann gehen wir zu Schritt 6)

 

Schlauchöffnung nun hygienisch verschließen.

 

Um zu einer hohen Mess-Sicherheit zu kommen und um div. Messfehler auszuschließen empfehlen seriöse Labors oft:

 

"Um eine letztendliche Beurteilung abzugeben müsste eine gestaffelte Stagnationsbeprobung erfolgen."


Es sollten mind. 3 - 5 Proben gemacht werden um auf der sicheren Seite zu sein.

 

6) Wasserhahn

Wasserhahn demontieren und abkochen. Die Öffnungen steril abdecken, ev. mit in Sprühdesinfektion getränktes Papier. Hahn wieder einbauen.

Beim Anschließen des Schlauches wieder Sprühdesinfektion verwenden und am Besten mit sterilen Gummihandschuhen arbeiten.

7) Wasser-Analyse starten

Sollte Analyse 5) gut gelaufen sein, dann kommen wir nun zur nächsten Analyse um auch sicher zu gehen, daß der Hahn ok ist.

Zusätzlich kann mit z.B. klappbarer UV-C-Stab oder einem UV-Pen gearbeitet werden um Flächen bzw. Wasser zu desinizieren.

Wußten Sie ?

 

daß unter älteren Perlstrahlern enorme Mengen von Keimen wohnen können ?

Deswegen: immer erst das Stagnations-Wasser ablaufen lassen. Dann spült es die Hauptmenge der Keime raus.